Krieger aus der Terrakottaarmee. PR-Foto der derzeit durch Deutschland ziehenden gleichnamigen Ausstellung.
(pr )
210 v. Chr. starb Qin Shi Huangdi, der erste Kaiser Chinas. Seine monumentale Begräbnisstätte stellt sogar die Gräber der Pharaonen in den Schatten
Es war wie so oft in den vergangenen Jahrtausenden keine friedliebende Zeit, von der diese Geschichte handelt. Der historische Schauplatz ist das von Kriegen zerrüttete Alte China vor mehr als 2200 Jahren – eine Epoche, die bezeichnenderweise als die »der sieben streitenden Reiche« bekannt ist. Hier wurde 259 v. Chr. ein Kind namens Ying Zheng geboren. Der Kleine hätte wohl das Schicksal vieler geteilt und wäre in Vergessenheit geraten, wenn, ja wenn dieser Mann später nicht einen sagenumwobenen und noch heute sprichwörtlichen Titel getragen hätte: der erste Kaiser von China.
Seine im Jahr 1974 entdeckten prunkvollen Grabschätze, darunter die berühmte Terrakotta-Armee, wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Sie zählen neben der »Verbotenen Stadt« in Peking oder der »Chinesischen Mauer« zu den touristischen Höhepunkten des Landes. Das moderne China, im Westen gern als Weltmacht der Zukunft bezeichnet, hat zumindest nach außen hin seine Einstellung zur eigenen Vergangenheit gewandelt – was leider nicht für das Thema »Menschenrechte« gilt. Heute weist die Volksrepublik gern auf ihre lange Geschichte und alte Größe hin. In Deutschland reisen zurzeit Nachbildungen der Tonsoldaten als »Die Terrakotta-Armee des ersten Kaisers von China« durch die Städte.
Der Erste Kaiser von China:
Machthungriger Despot und kluger Reformer
Doch zurück zu den abenteuerlichen Umständen der Geburt unseres Helden Ying Zheng: Im Jahr 260 v. Chr. lernt im Reich Zhao ein wohlhabender Händler namens Lü Buwei einen der Söhne des Herrschers aus der regierenden Qin-Dynastie kennen, der Zhuanxiang heißt. Der Prinz findet dabei großen Gefallen an der schönen Begleiterin des Kaufmanns. Die Dame wird in dieser antiken Dreierbeziehung nicht lange gefragt, sondern dem mächtigen Adligen großzügig »überlassen« – wohl nicht ohne politische Hintergedanken. Ein Jahr später kommt Ying Zheng zur Welt.