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P.M. HISTORY 02/2004
Auf die Zugspitze
Ein Berg wird bezwungen

Zuerst waren es Abenteurer, die vor knapp 200 Jahren unter einsatz ihres Lebens Die Zugspitze bestiegen. Doch mutige Arbeiter und Technischer Fortschritt ermöglichten es, dass Heute jeder gefahrlos den Gipfel erobern kann.

Dieser Tunnel ist für die Ewigkeit gebaut«, sagt der Diplom-Ingenieur Martin Hurm. Ein kühner Satz. Doch immerhin hält der Tunnel inzwischen schon über 73 Jahre, denn am 8. Juli 1930 ratterte die erste Lok der Bayerischen Zugspitzbahn durch den engen Stollen hinauf auf das Zugspitzplatt in 2650 Meter Höhe. Vor der Station Eibsee hatte man anlässlich der Eröffnungsfahrt einen Altar errichtet. Der Münchner Erzbischof Michael Kardinal von Faulhaber weihte die Bahn ein und hielt eine Predigt unter dem Motto: »Ascendi te« – steige empor! Martin Hurm ist »Leiter Seilbahnen und Lifte« der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG. Zu seinem Geschäftsbereich gehören die Eibsee-Seilbahn, eine Gletscherbahn und zahlreiche Skilifte. Jährlich befördern alle Bahnen zusammen fast 500000 Menschen auf Deutschlands höchsten Berg. Allerdings hatten bis zur Inbetriebnahme der Zahnradbahn nach einer Schätzung des Münchner Alpinisten und Journalisten Toni Hiebeler schon etwa 150000 Menschen den mühsamen Aufstieg zum Gipfel gewagt.

Der Name »Zugspitze« bedeutet wohl »Berg, der sich über den Schotterzügen erhebt«. Er taucht erstmals 1590 in einer Grenzbeschreibung auf. Sie legte fest, dass die Grenze zwischen der Grafschaft Werdenfels und Österreich »von dem Zugspiz und über dem Derle in Derlers Kopf, folgendts grad durch in die Loisachwasserbrüg« verlaufe. Noch im »Reise-Atlas von Baiern« von 1796 sucht man vergebens einen Berg namens Zugspitz. Über die »Grafschaft Werdenfels, zu Freising gehörig« heißt es dort nur: »Sie ist fünf Quadratmeilen groß und ganz gebirgicht. Die Einwohner leben von der Viehzucht und vom Holzhandel.« Das Werdenfelser Land war eine arme Region. Kein Mensch dachte damals an Fremdenverkehr, und niemand hielt es für möglich, in die hohen Berge ringsum vorzudringen. Die Einheimischen mieden den Zugspitz. Sie glaubten an einen bösen »Zuggeist« ...

Autor(in): Ulrich Doenike

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Ausgabe 02/2010