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Ahnenforschung
5. Standesämter und Pfarrmatrikel

Standesamtsregister verzeichnen Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle. Bei Geburten sind in der Regel auch die Daten der Eltern angegeben, sodass man sich über diese Register von Generation zu Generation zurückhangeln kann – allerdings in vielen Gebieten Deutschlands nur bis in die 1870er-Jahre, als die Standesämter im gesamten Reich eingeführt wurden.

Für die Jahrhunderte davor wurden die Personenstandsdaten in den Kirchenbüchern und Pfarrmatrikeln geführt. Sie reichen häufig bis zum Dreißigjährigen Krieg, manchmal auch weiter zurück. Die alten Pfarrmatrikel wurden in den Pfarrämtern geführt. Sie enthalten die Daten von Taufen und Hochzeiten sowie oft auch die Namen der – meist verwandten – Paten. Ansprechpartner sind die heute zuständigen Pfarrer, oft werden die alten Bücher auch in den Archiven der Bistümer gesammelt. Bedenken Sie, dass durch Gebiets-reformen und Pfarrsprengel-Änderungen auch das zuständige Standes- bzw. Pfarramt in einen anderen Ort abgewandert sein könnte.

Viele Kirchenbücher, vor allem auch aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten oder aus den ehemals zu Österreich-Ungarn gehörigen Pfarreien, wurden von den Mormonen (siehe Kasten auf Seite 47) auf Mikrofilm gesichert. Sie können sie in den Familienforschungsstellen dieser Glaubensrichtung in vielen deutschen Großstädten durchforsten und einsehen. Ob auch die von Ihnen gesuchte Pfarrei so erfasst ist, können Sie im Internet eruieren. Dort gibt es auch Musteranschreiben für Anfragen an ausländische Behörden. Eine Übersicht über die in den Kirchengemeinden oder in Diözesanarchiven noch vorhandenen Pfarrbücher geben auch Pfarrbücherverzeichnisse – Sie finden diese in genealogischen Bibliotheken (Adressen in der Fachliteratur oder <>).

TIPP: Gehen Sie immer Schritt für Schritt, von einer Generation zur nächsten, vor. Versuchen Sie nicht, Verbindungen mit Zufallsfunden von Namensvettern nachzuweisen, die Sie vielleicht im Internet gefunden haben, zu denen aber zunächst jeder Bezug fehlt – das kann viel Zeit und Geld kosten, ohne dass Sie ans Ziel kommen. Erforschen Sie auch immer alle Kinder Ihrer direkten Vorfahren. In Zeiten hoher Kindersterblichkeit wurde häufig derselbe Vorname nach dem Tod eines Säuglings wieder an ein jüngeres Geschwisterchen vergeben – oft eine Ursache für Fehler in Ahnenlisten.

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Ausgabe 09/2010