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Auto & Verkehr
Erst pusten, dann starten: Volvo bietet den Alcoguard in allen Modellen an
von P.M.-Redakteur Wolfgang Stegers

"Bitte blasen!" Die Atemluft wird
gemessen, der Alkohlgehalt geprüft
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Nicht nur zu Zeiten von Karneval und Fasching ist Alkohol am Steuer für viele Fahrer ein hochbrisantes Thema. Vertrauen ist gut, Kontrolle besser, sagt die Polizei und ordnet verschärfte Überwachung an. Der schwedische Automobilhersteller Volvo hat sich aber gedacht, am Besten ist es, den Fahrer noch vor Antritt der Fahrt über seinen möglich Alkoholpegel zu informieren und nicht im Unklaren zu lassen. Als erster Automobilhersteller bietet daher Volvo ein System zur freiwilligen Kontrolle des Alkoholgehalts im Atem an. Der „Alcoguard“ kostet 850 Euro.

Die Sensorik lässt sich nicht
überlisten, ist auf Atem geeicht
Wie bei einer Polizeikontrolle pustet der Fahrer in ein Röhrchen und Sensoren messen den Gehalt an Alkohol. Per Funk wird der Wert von dem faustgroßen Gerät an die im Fahrzeug eingebaute Elektronik des Alkoholwächters übermittelt und mit dem zuvor eingestellten Wert verglichen. Übersteigt er ihn, kann der Wagen nicht gestartet werden. Programmiert werden kann die Kontrolleinheit auf Werte von 0,3 bis 0,8 Promille. Eine Manipulation, etwa durch externe Luftquellen, soll ausgeschlossen sein, da die komplexe Sensorik noch andere spezifische Werte der Atemluft messe.

Der ALCOGUARD ist mit dem Bord-
netz verbunden, die Batterie geladen
Nach der Analyse zeigen farbige Dioden, ob der Wagen freigegeben wird, Grün, eine Fahrt möglich ist, aber nicht empfohlen wird, Gelb, oder blockiert ist, Rot. Sollte die Auswertung des Atemwächters nicht eindeutig sein, wird der Fahrer aufgefordert ein zweites Mal zu pusten. Nach Unterbrechung der Zündung oder Abstellen des Wagens, bleibt der Wert eine halbe Stunde gespeichert, um nicht jedes Mal die Prozedur für den Fahrer wiederholen zu müssen.

Autotausch ist möglich, zweiter Fahrer muss blasen

Je nach Einstellung, lässt sich die
Blockade der Wegfahrsperre lösen
Aber die Volvo-Ingenieure haben noch weitere Möglichkeiten vorgesehen, um das Gerät praktikabel zu machen. „Single Bypass“ und „Multiple Bypass“ erlauben, das Gerät ein einziges Mal oder beliebig oft außer Kraft zu setzen, um etwa nach Blockade der Wegfahrsperre am nächsten Morgen direkt zur Werkstatt zu fahren. Dort wird System „resettet“. Oder es lässt sich beliebig oft mit dem gleichzeitigen Drücken von Warnblinkanlage und einem speziellen Knopf am Lenkstockhebel wieder nullen und der Wagen kann gestartet werden. Auch ist es möglich, eine zweite Person blasen zu lassen, wenn dem eigentlichen Fahrer das Starten verweigert wurde und er das Steuer einem anderen Piloten überlassen möchte. "BBBaby you can drive my car", heisst es wohl jetzt öfter nach der freiwilligen Selbstkontrolle.

15.02. 2010
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