Nano-Forscher entwickeln derzeit ein neues „Power-Shirt“, das
elektrische Ladungen erzeugen soll. Mit diesem Strom könnten tragbare
elektronische Geräte wie Computer, Handys oder iPods direkt versorgt werden, sodass unhandliche Ladestationen und der lästige Aufladevorgang entbehrlich würden.
Die neue Technologie beruht auf kleinsten Textilfasern, die von Zinkoxid ummantelt sind. Sie bilden eine mikroskopisch kleine Bürste, wie sie zum Reinigen von Flaschen verwendet wird (Bild). Die borstenähnlichen Härchen nutzen den sogenannten piezoelektrischen Effekt. Wenn sie sich aneinder reiben, entsteht Druck, der in dem Material elektrische Ladungen entstehen lässt.
„Die elektrische Versorgung elektronische Geräte mit der Nanofaser wäre eine einfache und ökonomische Möglichkeit für die Energiegewinnung aus natürlichen Bewegungen“, freut sich Zhong Lin Wang, Professor am Nano-Zentrum des Georgia Institute of Technology.
Bisher haben seine Wissenschaftler nur sehr kleine Stromflüsse in dem textilen Nano-Generator messen können. Wang schätzt, dass sich die Spezialfaser so verdichten lässt, dass sich aus einem Quadratmeter Stoff 80 Milliwatt Leistung „ernten“ lassen.
Darüber hinaus verfolgen sie Pläne, die Anwendungsmöglichkeiten zu erweitern. So ließe sich auch aus Vorhängen und Zelten Strom gewinnen, desgleichen Lautsprechermembranen und allen anderen Gegenständen, die sich bewegen.
Doch es gibt ein Problem: Zinkoxid ist sehr feuchtigkeitsempfindlich. Wenn das Powershirt eines Tages auf den Markt käme, hätte es erstaunliche Fähigkeiten, nur waschbar wäre es wahrscheinlich nicht.
|