Das Ziel ist der Mars. Doch es liegt in weiter Ferne. Frühestens 2030 wird die NASA den ersten Menschen auf unseren Nachbarplaneten schicken. Trotzdem arbeitet sie jetzt schon an der speziellen Ausrüstung und den Fahrzeugen für diese Mission. Den Anzug, den der erste "Mars-Mensch" tragen könnte, gibt es bereits. Die auf Motorradbekleidung spezialisierte Firma "Dainese" hat zusammen mit dem Massachussets Institute of Technology (MIT) in Boston eine innovative Schutzhülle entwickelt.
Der Prototyp der italienischen Firma nennt sich "BioSuit" und besitzt eine besondere Textilfaserstruktur. Selbst unter extremen Temperatur- und Druckbedingungen gewährleistet sie eine optimale Körperhaltung und Bewegungsfreiheit. "Unsere Produkte sind eine gezielte Paarung aus Funktionalität, Komfort und Design", erklärt Firmengründer Lino Dainese. Ziel ist ein optimaler Körperschutz bei hoher Beweglichkeit und Mobilität.
Diese Anforderungen setzten 50 Ingenieure, Techniker und Ärzte im firmeneigenen Forschungslabor "D-tec" um. Sie entwickelten einen Overall, der mit den alten Raumfahrtanzügen nichts mehr gemein hat. Er ist weder massiv, noch klobig oder schwerfällig. Stattdessen ist der Anzug ein hautenges Leichtgewicht. Die Italiener nennen ihre Hightech-Bekleidung sogar "elegant". Der Mars-Astronaut in spe sieht eher wie ein gut angezogener Motorradfahrer aus als ein Weltraumreisender.
Der "Bio-Anzug" setzt voll und ganz auf modernste Material- und Faserforschung. Solche Stoffe können je nach Außentemperatur Wärm- und Kühlprozesse in Gang setzen, ganz von alleine. Registrieren die Sensoren Kälte, bläst sich die Kleidung ein wenig auf und schafft einen dämmenden Luftraum. Nimmt die Außentemperatur zu, schmelzen in die Fasern eingelassene Mikrokapseln. Die darin enthaltenen Kristalle reflektieren die Sonnenstrahlen weg und vermeiden ein Aufheizen. Solche intelligenten Fasern finden in Textilien bereits heute Verwendung.
Mit dieser Technologie lassen sich natürlich noch nicht Temperaturschwankungen von 150 Grad Celsius abpuffern, wie sie auf unserem Nachbarplaneten üblich sind. Aber bis zum Start der Marsmission sind es ja auch noch mindestens 21 Jahre – viel Zeit, in der die Fasertechnologie noch gewaltige Sprünge machen könnte.